Direkt zum Inhalt
Ungarn macht ernst
ANZEIGE

Ungarn macht ernst Victor Orbán fährt einen harten Kurs gegen die Community und will Prides nun doch ganz verbieten

ms - 18.03.2025 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Ungarns Ministerpräsident Victor Orbán macht ernst: Zunächst deutete sich Ende Februar noch an, dass die Regierung die alljährlichen Pride-Paraden abseits der Öffentlichkeit nur noch in Veranstaltungshallen stattfinden lassen will, nach Protesten im In- und Ausland scheint nun aber ein Komplett-Verbot angedacht. Ins Parlament wurde nun ein Gesetzesvorschlag eingebracht, der LGBTIQ+-Demonstrationen künftig ganz unterbinden könnte. Eine Mehrheit seitens der Regierungspartei gilt als sicher.  

Strikter Kurs gegen die Community

Kommt das Gesetz final durch, drohen künftig hohe Geldstrafen für CSD-Organisatoren wie auch für Teilnehmer. Einmal mehr wird als Begründung der Kinderschutz ins Felde geführt, eingebettet in das bereits bestehende Kinderschutz-Gesetz des Landes. Zusammen mit dem Anti-Homosexuellen-Gesetz in Ungarn, dass Themen rund um Homosexualität in der Öffentlichkeit sowie in den Medien weitestgehend verbietet, wäre somit ein weiterer Einschnitt in die Grundrechte der Community die Folge. Trotz eines laufenden Verfahrens gegen das Gesetz auf EU-Ebene, scheint Orbán seinem homophoben Kurs unbeirrt weiter zu verfolgen. 

Das Recht auf Versammlung schützen 

Erst letzte Woche rief die internationale LGBTIQ+-Organisation ILGA Europe zu Widerstand gegen die jüngsten Entwicklungen im Land auf. „Ein Verbot der Pride in Budapest würde den Ungarn eine wichtige Plattform nehmen, um von ihrer Regierung zu verlangen, dass sie auf ihr Volk hört und die demokratischen Werte hochhält. Es wäre ein gefährlicher Schritt zur Einschränkung des Rechts auf Protest und zur Unterdrückung abweichender Meinungen. Wir fordern die Behörden in Ungarn und allen demokratischen Staaten auf, das Recht auf friedliche Versammlung zu achten und zu schützen. Eine Gesellschaft, die die Menschenrechte für alle wahrt, ist eine stärkere und gerechtere Gesellschaft für alle“, so die ILGA.

In Österreich haben die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien, der Vienna Pride sowie weitere LGBTIQ+-Verbände als erste Reaktion zu einer gemeinsamen Demonstration am Donnerstagabend dieser Woche vor der ungarischen Botschaft in Wien aufgerufen.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ende der Badehaus-Verbote

San Diego streicht alte Vorschrift

San Diego schafft ein seit den 1980er-Jahren bestehendes Badehaus-Verbot ab, das einst zur Eindämmung von HIV eingeführt worden war.
KI und LGBTIQ+

Outing der sexuellen Orientierung

KI kann LGBTIQ+-Menschen diskriminieren oder sensible Identitäten ableiten – zugleich warnt ein Anthropic-Forscher vor weiteren extremen Risiken.
Doppelmoral in Dallas

Grindr und Republikaner

Beim Parteitag der Republikaner war der LGBTIQ+-Kulturkampf ein zentrales Thema. Gleichzeitig vermeldete Grindr Ausfälle wegen Überbelastung der App.
Mit Pride-Flagge ins Ziel

Queerer Läufer schreibt Geschichte

Der nicht-binäre Ryan Montgomery wurde beim Western States Endurance Run zum schnellsten US-Amerikaner über 100 Meilen und schrieb damit Geschichte.
Lesbische Polizistin packt aus

Sexuelle Belästigung von Kollegen

Eine lesbische Polizistin aus New Jersey wirft Kollegen sexuelle Belästigung und ihrem Polizeichef Diskriminierung vor.
Mehr Schutz für Kinder online

Experten legen 56 Empfehlungen vor

Eine Expertenkommission legte heute 56 Empfehlungen für besseren Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vor.
Sexuelle Bildung in Italien

Referendum erreicht wichtige Hürde

Mehr als 500.000 Menschen haben ein Referendum gegen ein Gesetz in Italien unterschrieben, dass sexuelle Bildung und LGBTIQ+ an Schulen untersagt.
Noah Segsy ist tot

Schwuler Adultstar ertrinkt im Pool

Der 22-jährige deutsche schwule Hardcore-Content-Creator Riccardo Staudt alias Noah Segsy ist auf Zypern ertrunken. Die Todesumstände sind noch unklar
25 Jahre 9/11

Der Anschlag und LGBTIQ+

25 Jahre nach 9/11 zeigt sich: Die Anschläge veränderten auch das Leben von LGBTIQ+-Menschen und machten rechtliche Ungleichheiten sichtbar.